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Flipper News (02.11.2026) - Inflation sinkt, Bauzinsen steigen, Bundeswohnungsbaugesellschaft geplant

EURIBOR 12M 3,29 % ↗ Flip-Zins ~4,8–5,3 %
EZB Leitzins 2,65 % → Pause 29.10. bestätigt
Inflation DE 2,8 % ↘ Okt. vorläufig, Destatis
Baupreise +5,5 % p.a. ↗ Aug. 2026, Destatis
ETW Ø DE /qm 3.288 €/m² ↗ Bestand Q3, immowelt

Die Woche startet mit frischen Zahlen: Inflation runter, Bauzinsen rauf und der Bund plant eine eigene Wohnungsbaugesellschaft.

Markt & Preise

Inflation fällt auf 2,8 % – aber das Energiegespenst bleibt

Destatis hat am 30. Oktober die vorläufige Inflationsrate für Oktober gemeldet: Die Preise steigen langsamer als zuletzt. Das Statistische Bundesamt beziffert die Rate vorläufig auf 2,8 Prozent – deutlich weniger als die 3,3 Prozent im September. Klingt entspannt? Energie verteuert sich im Vorjahresvergleich weiterhin um 12,2 Prozent und liegt weit über der Gesamtrate. Für Flipper ist das gemischt: Sinkende Kerninflation dämpft den Druck auf Handwerkerpreise, hohe Energiekosten bleiben ein Thema bei der Käufer-Kalkulation.

Quelle: Destatis

Babyboomer verkaufen nicht – jedenfalls nicht alle auf einmal

Wenn die geburtenstarken Jahrgänge ihre Immobilien weitergeben, könnte das Angebot auf dem Wohnungsmarkt deutlich wachsen. Immobilienökonom Günter Vornholz widerspricht aber der These einer bevorstehenden Verkaufswelle. Laut Vornholz besitzen die Babyboomer etwa ein Viertel bis ein Drittel aller Eigentumsimmobilien in Deutschland. Eine plötzliche Verkaufswelle mit flächendeckenden Preisrückgängen erwartet er dennoch nicht – die Auswirkungen dürften regional sehr unterschiedlich ausfallen. Für den Einkauf heißt das: In schwachen Regionen wird mehr Angebot kommen. In der Großstadt bleibt's eng.

Quelle: immowelt Impuls

Finanzen, Recht & Steuern

Bauzinsen: Bis 4,9 % – und das soll erst der Anfang gewesen sein

Bei allen betrachteten Zinsbindungen liegen die Bauzinsen inzwischen weit über vier Prozent. Das Finanztip-Zinsbarometer weist aus:

  • 5 und 10 Jahre Zinsbindung: 4,4 %
  • 15 Jahre Zinsbindung: 4,7 %
  • 20 Jahre Zinsbindung: 4,9 %

Der Topzins liegt laut Dr. Klein aktuell bei 4,18 Prozent für zehn Jahre. Weil Bauzinsen stark von Staatsanleihen und Swaps abhängen, bleiben sie voraussichtlich unter Druck. Ein Zinsexperte hält 4,0 bis 4,5 Prozent bis Jahresende für realistisch. Für Fix & Flip gilt: Die Finanzierungskosten bleiben der größte Hebel. Wer günstig einkauft, hat Spielraum. Wer teuer einkauft, hat keinen.

Quelle: t-online

WhatsApp-Provision: Das Gericht sagt Nein

Ein Makler forderte rund 15.000 Euro Provision für einen Wohnungsverkauf. Das Gericht verweigerte ihm die Zahlung, weil die Vertragsvereinbarung per WhatsApp nicht ausreicht. WhatsApp-Nachrichten erfüllen die gesetzlich vorgeschriebene Textform für Maklerverträge über Wohnungen und Einfamilienhäuser nicht. Selbst bei wirksamer Vertretung wäre der Vertrag deshalb nichtig gewesen. Kurz gesagt: Schriftlicher Maklervertrag, bevor irgendjemand irgendetwas tut. Das gilt für alle Seiten.

Quelle: immowelt Impuls / LG München I

Sonstiges

Bundeswohnungsbaugesellschaft: Der Staat will bauen – Union hat Zweifel

Die Bundesregierung verhandelt über die Gründung einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft. Mit staatlichem Kapital und privaten Partnern sollen bislang unrentable Bauprojekte wieder möglich werden. Geplant ist, dass der Bund 51 Prozent der Anteile hält und externe Partner 49 Prozent übernehmen. Bauen sollen private Unternehmen sowie kommunale und landeseigene Gesellschaften. Durch staatliche Bürgschaften könnten die Finanzierungskosten sinken. Doch die Finanzierung sorgt bereits für Konflikte zwischen Union und SPD. Konkret bedeutet das: Wenn das Ding kommt, wird staatlich geförderter Neubau für Investor-Konkurrenz sorgen – vor allem im Segment bezahlbares Wohnen. Noch ist nichts beschlossen.

Quelle: Der Spiegel

Fazit

Die Lage bleibt anspruchsvoll, aber lesbar. Bauzinsen über 4 Prozent sind kein Ausrutscher mehr, sondern die neue Realität. Wer das in den Einkauf einpreist und günstig genug kauft, kann trotzdem rechnen. Die sinkende Inflation ist ein leises gutes Signal – sie dämpft mittelfristig den Druck auf Handwerkerkosten. Der Rest ist Timing, Lage und saubere Kalkulation.

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