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Flipper News (04.11.2026) - Vonovia-Zahlen, Bau-Turbo-Bilanz, Glasfaser-Kostenfalle

Vonovia, Bau-Turbo und Glasfaser – was der Markt heute zeigt

EURIBOR 12M 3,304 % ↗ Flip-Zins 4,8–5,3 %
EZB Leitzins 2,65 % → Pause 29.10.
Inflation DE 2,8 % ↘ Okt. 2026 Destatis
Baupreise +3,3 % (2026) → BBSR-Prognose
ETW Ø DE /qm ~3.800 €/qm → Bestand Ø Dtl.

Vonovia legt heute Zahlen vor, die Bauministerin feiert den Bau-Turbo, und im Glasfaserkeller wartet ein Thema, das direkt in die Nebenkostenabrechnung einschlägt.

Markt & Preise

Vonovia legt auf – und stöhnt über den Zins

Deutschlands größter Wohnungskonzern hat heute früh seine Zahlen für die ersten neun Monate 2026 veröffentlicht. Das Vermietungsgeschäft läuft: 3,5 Prozent mehr Mietertrag, 3,8 Prozent organisches Mietwachstum. Beim Verkaufen aber knirscht es. Rund 900 Millionen Euro wurden abgestoßen, doch Vonovia macht klar: Seit Anfang September sind die Zinsen nochmals gestiegen, Käufer bleiben vorsichtig, Verkaufsprozesse dauern länger. Und die Hoffnung auf weiter steigende Immobilienwerte ist vorerst auf Eis. Statt Plus erwartet der Konzern zum Jahresende stabile Werte auf dem Niveau von Ende 2025.

Was das für Flipper heißt: Der Verkauf von Wohnungen bleibt anspruchsvoller. Wer an Endkäufer verkauft, braucht gute Bonität des Käufers und Geduld. Wer an Investoren verkauft, spürt den Preisdruck durch höhere Finanzierungskosten direkt.

Quelle: Vonovia / onvista (04.11.2026)

Berlin plant Vergesellschaftung 3.0 – Vonovia hält dagegen

Auch politisch ist Vonovia heute aktiv. CEO Luka Mucic hat bei der Zahlenvorstellung klargemacht: Die Vergesellschaftungspläne einer möglichen rot-grün-roten Koalition in Berlin lösen kein einziges Wohnungsproblem. 1,4 Millionen fehlende Wohnungen bundesweit werden nicht durch Eigentumsübertragung größer. Vonovia hält in Berlin über 130.000 Wohnungen für durchschnittlich 8,40 Euro pro Quadratmeter und argumentiert damit, günstig anzubieten. Die politische Debatte läuft aber weiter.

Für Flipper relevant? Wenn Berlin tatsächlich vergesellschaftet, wandert institutionelles Kapital weiter aus der Stadt. Das drückt die Kaufpreise auf Investorenseite. Für Privatinvestoren und Kleineigentümer ändert sich kurzfristig nichts, aber die Stimmung am Berliner Markt bleibt angespannt.

Quelle: dpa-AFX / ariva.de (04.11.2026)

Renovierung & Bau

Bau-Turbo: Ein Jahr, 7.900 Wohnungen, ein offenes Ende

Bauministerin Verena Hubertz hat gestern ein Jahr Bau-Turbo Bilanz gezogen. Das Ergebnis: In 72 Prozent der rund 400 befragten Kommunen wurden bereits Anträge gestellt, mehr als die Hälfte davon genehmigt. Konkret: knapp 7.900 Wohneinheiten haben eine kommunale Zustimmung erhalten. Gut so. Allerdings: Fertige Wohnungen kommen davon frühestens 2027. Und wie viele es wirklich werden, ist noch offen. Die Verbände sehen das kritischer als die Ministerin.

Für Flipper heißt das: Das Instrument hilft vor allem bei Lückeninfill und Aufstockung auf Bestandsflächen. Fast neun von zehn zugestimmten Einheiten entstehen auf bereits genutzten Flächen. Genau das ist das Spielfeld vieler Flipper. Wer in diesem Bereich aktiv ist, sollte die kommunalen Programmbedingungen vor Ort prüfen.

Quelle: ms-aktuell.de / dpa (03.11.2026)

Pandion: Massedarlehen sichert den Betrieb

Der insolvente Kölner Projektentwickler Pandion hat eine neue Finanzspritze bekommen. Eine Tochtergesellschaft erhält ein Massedarlehen von rund 5 Millionen Euro. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, zwei Töchter werden zusammengelegt, um die Struktur zu verschlanken. Die Pandion AG hatte im August 2026 Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, betroffen ist ein Projektvolumen von über 4,8 Milliarden Euro mit rund 3.800 Wohnungen.

Interessant als Marktindikator: Pandion ist nicht allein. Entwickler mit teuren Grundstücken und alten Finanzierungsstrukturen geraten in diesem Zinsumfeld weiter unter Druck. Für Flipper kann das bedeuten: Distressed Assets und Notsituationen kommen auf den Markt. Augen auf.

Quelle: aktiencheck.de (02.11.2026)

Finanzen, Recht & Steuern

Glasfaser im Miethaus: Vermieter bleiben auf Kosten sitzen

Seit Juli 2024 ist das Nebenkostenprivileg für Kabelfernsehen weg. Kabelgebühren lassen sich nicht mehr auf Mieter umlegen. Stattdessen gibt es das Glasfaserbereitstellungsentgelt nach § 72 TKG: maximal 60 Euro pro Wohneinheit und Jahr, für bis zu neun Jahre – aber nur wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Bei Nachrüstung im Bestand können Investitionskosten von 500 bis 1.500 Euro pro Wohnung anfallen. Was nicht umgelegt werden kann, bleibt beim Eigentümer hängen.

Für Flipper direkt relevant:

  • Wer im Bestand kauft und verkauft, sollte prüfen, ob das Objekt bereits auf Glasfaser umgestellt ist und ob der Kabelvertrag noch läuft.
  • Ein laufender Sammelvertrag, den der Verkäufer nicht gekündigt hat, kann zum Kostenproblem werden.
  • Beim Exit fragen Käufer zunehmend nach Glasfaser im Haus.

Quelle: haufe.de (03.11.2026)

Fazit

Die heutige Ausgabe zeigt den Kern der aktuellen Lage sehr klar: Vermieten funktioniert gut, Verkaufen ist schwerer. Vonovia bestätigt das mit Zahlen. Für Fix & Flip bedeutet das: kalkuliere die längere Vermarktungszeit ein und stelle sicher, dass dein Produkt im oberen Drittel der Vergleichsobjekte liegt. Wer Mittelmaß anbietet, wartet länger. Die Pandion-Entwicklung und der Bau-Turbo zeigen außerdem: Bestandsobjekte auf bereits genutzten Flächen werden politisch bevorzugt und könnten mittelfristig von schnelleren Genehmigungen profitieren. Beim Glasfaser-Thema gilt: kurz prüfen, langen Schmerz vermeiden.

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