2035 wird das Leben hart als Handwerker
Fix and Flip ohne klaren Prozess, ohne verlässliche Handwerker und ohne zu wissen, wie du an die richtigen Objekte kommst. Das ist eine Realität, die viele Einsteiger kennen. Johannes zeigt in diesem Video, warum der Fachkräftemangel im Handwerk gerade für Fix-and-Flip-Investoren ein wachsendes Problem ist und was das für die Zukunft bedeutet.
Warum der Fachkräftemangel das Fix-and-Flip-Geschäft unter Druck setzt
Wer im Immobilienhandel aktiv ist und Objekte kauft, renoviert und wieder verkauft, hängt in seiner gesamten Kalkulation an einer einzigen Stellschraube, die er selbst kaum kontrollieren kann: dem Handwerker. Ohne zuverlässige Gewerke läuft nichts. Keine Fertigstellung, kein Verkauf, keine Rendite. Und genau hier wird die Lage bis 2035 für viele Investoren deutlich schwieriger werden, als sie heute schon ist.
Der Fachkräftemangel im deutschen Handwerk ist kein neues Thema, aber er verschärft sich. Viele erfahrene Handwerker gehen in den nächsten Jahren in Rente. Gleichzeitig entscheiden sich immer weniger junge Menschen für eine handwerkliche Ausbildung. Das Ergebnis ist ein Markt, auf dem Kapazitäten knapper, Wartezeiten länger und Preise teurer werden. Für Fix-and-Flip-Investoren bedeutet das konkret: Wer heute noch einen guten Maler oder Fliesenleger für 25 Euro die Stunde bekommt, wird in zehn Jahren tief in die Tasche greifen oder monatelang warten müssen.
Was das konkret für deine Renovierungskalkulation bedeutet
Im Fix-and-Flip-Geschäft ist Geschwindigkeit Kapital. Je länger eine Baustelle läuft, desto höher die Finanzierungskosten, desto länger ist dein Eigenkapital gebunden, und desto größer wird das Risiko, dass sich der Markt in die falsche Richtung bewegt. Wenn Handwerksbetriebe heute schon ausgelastet sind und Aufträge mit Monaten Vorlauf annehmen, dann ist das kein vorübergehendes Problem, sondern ein struktureller Trend.
Konkrete Auswirkungen auf dein Fix-and-Flip-Projekt:
- Höhere Lohnkosten: Wenn Handwerker knapper werden, steigen die Stundensätze. Was heute in deiner Kalkulation mit 15.000 Euro für Innenausbau angesetzt ist, kann in einigen Jahren 20.000 oder 25.000 Euro kosten.
- Längere Bauzeiten: Wenn du keinen festen Handwerkerpartner hast, wartest du. Jede Woche Wartezeit kostet dich Zinsen und Zeit.
- Abhängigkeit von wenigen Betrieben: Wer nur einen oder zwei Kontakte hat, sitzt auf einem dünnen Ast. Fällt ein Betrieb aus, stockt die gesamte Baustelle.
- Qualitätsprobleme durch Überlastung: Ausgelastete Handwerker machen Fehler. Nacharbeiten fressen Marge und Zeit.
Fix and Flip ohne klaren Prozess funktioniert nicht
Genau das spricht Johannes im Video an. Wenn du mit Fix und Flip starten willst, aber keinen klaren Prozess hast und nicht weißt, wie du an die passenden Objekte kommst, stehst du vor einem doppelten Problem. Erstens fehlt dir die Dealflow-Strategie. Zweitens fehlt dir das Netzwerk auf der Handwerksseite. Beides zusammen sorgt dafür, dass du entweder gar nicht startest oder bei deinem ersten Projekt direkt in die Kostenfalle tappst.
Ein strukturierter Prozess im Fix-and-Flip bedeutet:
- Du weißt, wo und wie du unterbewertete Objekte findest.
- Du kannst eine belastbare Renovierungskalkulation erstellen, bevor du kaufst.
- Du hast Handwerker, denen du vertraust, und die zu deinem Tempo arbeiten.
- Du kennst deine Zielrendite und weißt, bei welchem Einkaufspreis ein Deal funktioniert und bei welchem nicht.
Wer diesen Prozess nicht hat, verliert auf beiden Seiten. Beim Einkauf zahlt er zu viel, weil er den Wert nicht richtig einschätzen kann. Bei der Renovierung verliert er Zeit und Geld, weil Handwerker fehlen oder teurer werden als kalkuliert.
Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist, ein Handwerkernetzwerk aufzubauen
Die gute Nachricht: Wer heute anfängt, sich ein verlässliches Netzwerk an Handwerkern aufzubauen, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil. In einem Markt, in dem Kapazitäten immer knapper werden, ist derjenige im Vorteil, der langfristige Beziehungen zu guten Betrieben pflegt und nicht bei jedem Projekt neu suchen muss.
Das klingt einfacher als es ist. Handwerker, die gut sind, brauchen keine neuen Kunden. Sie haben genug Aufträge. Du musst also ein Angebot machen, das für sie attraktiv ist: regelmäßige Aufträge, pünktliche Bezahlung, klare Kommunikation, realistische Zeitpläne. Wenn du diese Grundlage schaffst, bist du für einen guten Handwerkerbetrieb ein Wunschkunde.
Einige Ansätze, die in der Praxis funktionieren:
- Stammhandwerker bevorzugen: Wer dir treu bleibt, bekommt den nächsten Auftrag, auch wenn ein anderer Betrieb günstiger anbietet.
- Frühzeitig disponieren: Plane deine Baustellen so, dass Handwerker weit im Voraus wissen, wann sie gebraucht werden.
- Pünktlich zahlen: Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer. Wer schnell zahlt, wird bevorzugt behandelt.
- Feedback geben und nehmen: Eine gute Zusammenarbeit entsteht, wenn beide Seiten offen kommunizieren.
Immobilienhandel 2035: Was du jetzt tun solltest
Die Entwicklung im Handwerk ist kein Grund zur Panik, aber ein klarer Auftrag, jetzt die richtigen Weichen zu stellen. Wer im Immobilienhandel langfristig erfolgreich sein will, muss die Kostenseite genauso ernst nehmen wie die Einkaufsseite. Eine Immobilie günstig zu kaufen bringt nichts, wenn die Renovierung aus dem Ruder läuft.
Gleichzeitig bietet der Fachkräftemangel auch eine Chance. Wer selbst handwerkliches Grundwissen mitbringt, kleinere Arbeiten koordinieren kann oder sogar in der Lage ist, Eigenleistung einzubringen, senkt seine Abhängigkeit und verbessert seine Marge. Das ist kein Muss, aber ein klarer Vorteil im hart umkämpften Fix-and-Flip-Markt.
Der Kern bleibt: Ohne klaren Prozess, ohne Netzwerk und ohne realistische Kalkulation wird Fix and Flip in einem Umfeld mit steigenden Handwerkskosten und sinkenden Kapazitäten immer schwieriger. Wer sich jetzt vorbereitet, Strukturen aufbaut und die richtigen Menschen um sich schart, wird 2035 noch profitabel renovieren und verkaufen, während andere rätseln, warum ihre Marge verschwunden ist.